Die Antwort ist komplizierter als ein einfaches "Ja" oder "Nein". Es kommt darauf an, wie schwer deine Drohne ist.
Grundsätzlich gilt in Deutschland: Du darfst im sogenannten "offenen Luftraum" fliegen. Das heißt: In Sichtweite und maximal 120 Meter hoch.
Aber wo genau du starten darfst, entscheidet meistens das Gewicht deiner Drohne. Hier ist der Check für Dezember 2025.
Der "Freifahrtschein": Drohnen unter 250 Gramm
Hast du eine DJI Mini oder ein ähnliches Leichtgewicht (unter 250g)? Glückwunsch.
Für dich gelten die lockersten Regeln (Kategorie A1).
- Wohngebiete: Ja, du darfst grundsätzlich über Wohngebieten fliegen. Es gibt kein pauschales Verbot mehr für diese Gewichtsklasse.
- Menschen: Du darfst theoretisch über unbeteiligte Personen fliegen (solltest es aber vermeiden). Menschenansammlungen sind aber tabu!
- Führerschein: Du brauchst keinen Kompetenznachweis (Führerschein), musst dich aber trotzdem registrieren, wenn eine Kamera an Bord ist.
Aber Vorsicht: Die "Kamera-Falle" über Gärten
Viele fragen: "Darf ich mit meiner Mini-Drohne über den Garten vom Nachbarn fliegen?"
Luftrechtlich: Ja (weil unter 250g).
Datenschutzrechtlich: Absolut Nein.
Sobald deine Drohne eine Kamera hat (und das haben fast alle), greift das Persönlichkeitsrecht. Du darfst niemanden ohne Erlaubnis filmen oder fotografieren – auch nicht im eigenen Garten, wenn die Hecke zu niedrig ist.
Die Faustregel: Flieg nicht über fremde Grundstücke, wenn du Ärger vermeiden willst. Wenn der Nachbar sich beobachtet *fühlt*, hast du schon ein Problem.
Die "Rote Liste": Wo ist Fliegen IMMER verboten?
Egal ob 249 Gramm oder 2 Kilo – hier bleibst du am Boden. Das sind die absoluten "No-Fly-Zones" (Geografische Gebiete):
- Naturschutzgebiete: Streng verboten. Vögel und Drohnen vertragen sich nicht.
- Flughäfen: Halte mindestens 1,5 km Abstand zu Flugplatzbegrenzungen. In Einflugschneisen (Kontrollzonen) darfst du oft gar nicht oder nur max. 50m hoch fliegen.
- Autobahnen & Bundesstraßen: 100 Meter seitlicher Abstand (außer du fliegst >100m hoch und quert zügig, aber lass es lieber).
- Krankenhäuser & Industrie: Auch hier gilt meist: 100 Meter Abstand halten.
- Menschenansammlungen: Konzerte, Demos, volle Strände. Niemals überfliegen.
Drohnen ÜBER 250 Gramm (C1, C2, C3)
Hier wird es strenger.
Hast du eine schwerere Drohne (z.B. Mavic 3, Air 3), gelten Abstandsregeln:
- Wohngebiete: Sind für Bestandsdrohnen ohne Klassifizierung oft tabu (150m Abstand!).
- Abstand zu Menschen: Du darfst niemanden überfliegen. In der Kategorie A2 (bis 4kg mit Schein) musst du mindestens 30 Meter Abstand zu Unbeteiligten halten.
- Führerschein: Pflicht! Mindestens der kleine EU-Kompetenznachweis (A1/A3).
Woher weiß ich das genau? (Die App)
Verlass dich nicht auf dein Bauchgefühl.
Nutz die offizielle Karte. In Deutschland ist das die DIPUL-Plattform (vom Bund) oder die App "Droniq" (von der Flugsicherung).
Die Apps zeigen dir per GPS genau an: Darf ich hier starten? Wenn die Zone rot ist: Finger weg.
Fazit: Unter 250g darfst du fast überall fliegen, solange du niemanden filmst oder nervst. Alles darüber gehört aufs freie Feld, weit weg von Häusern.